Oliver Franz hat am Montag bekannt gegeben, dass er sein Amt als Kreisvorsitzender bis zum Wahlparteitag ruhen lässt und für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung steht. Die Erklärung von Franz folgte nach ereignisreichen Wochen. Zunächst erklärte Ingmar Jung mit vier Unterstützern seine Bereitschaft, für den Kreisvorsitz zu kandidieren. Zur Begründung führte die Gruppe um Jung aus, die Wiesbadener CDU benötige einen personellen Neuanfang ohne Lorenz und Franz. In der Folge befassten sich sowohl der Kreisvorstand als auch die Vorsitzenden der Stadtbezirksverbände mit der Thematik. Auch wenn die Einschätzung, die CDU bräuchte einen personellen Neuanfang beim Kreisvorsitz nicht von allen vorbehaltlos geteilt wurde, stimmten beide Gremien Ingmar Jung und seinen Unterstützern bei ihrer Einschätzung zu, Bernhard Lorenz müsse im Interesse der Partei Platz für einen Neuanfang machen und sein Mandat zurückgeben.

Die CDU Rathausfraktion hat bei Ihrer Klausur am vergangenen Wochenende beschlossen, Bernhard Lorenz von seinen Aufgaben zu entbinden. Dies wurde mit einer Rücktrittsforderung an Franz verbunden. Unter dem Eindruck der Ereignisse folgte Franz diesem Ansinnen. Er hat damit seinen Teil dazu beigetragen, um einen Neuanfang der Wiesbadener CDU zu ermöglichen. Dies ist aber nicht ausreichend. Vielmehr trat Bernhard Lorenz am vergangenen Mittwoch erneut als einer der Hauptprotagonisten im Revisionsausschuss auf.

Bereits in der Sitzung des Kreisvorstandes am 11. Oktober 2018 hatte Bernhard Lorenz angeboten, dass er sein "Amt abgibt, um Schaden der Partei abzuwenden, wenn die Kreispartei dies möchte" (Zitat aus dem Protokoll der genannten Sitzung). Dabei hatte er unter Zeugen seinen Rückzug mit dem Rücktritt von Oliver Franz verknüpft. Nachdem Franz den Kreisvorsitz ruhen lässt und nicht wieder antritt, sehen es die unterzeichnenden Stadtbezirksvorsitzenden an der Zeit, dass Lorenz Mandat als Stadtverordneter zurückgibt, um einen Neuanfang und einen unbelasteten Kommunalwahlkampf zu ermöglichen.

Sechs Stadtbezirksvorsitzende (Sonnenberg, Nordenstadt, Erbenheim, Waldstraße, Medenbach und Mainz-Kostheim) fordern Bernard Lorenz auf, im Interesse der Wiesbadener CDU, sein Mandat zurückzugeben.

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